Frühkindliche Erziehung

  Arbeitskreis Neue Erziehung e.V.

Elterngesprächskreise zum Thema „Frühkindliche Erziehung“

Elterngesprächskreise über Erziehungsfragen stellen eine Möglichkeit dar, Eltern und ErzieherInnen – zum Thema Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder zusammenzubringen, die Zusammenarbeit mit Eltern in den Kindergärten zu verbessern und den Dialog sowohl unter den Eltern als auch mit den ErzieherInnen und der Kitaleitung zu fördern.

Indem ErzieherInnen den ersten Schritt tun und Eltern zu einem Dialog einladen, vor allem diejenigen Eltern, die im Kindergarten bisher „stumm“ geblieben sind, setzen sie ein Signal, dass auch diese im Kindergarten angenommen und willkommen sind.

Grundlage der Elterngesprächskreise sind die Module des Arbeitskreis Neue Erziehung e.V.(ANE) für die Fortbildung von MultiplikatorInnen in türkischen Vereinen zum Thema „Frühkindliche Erziehung“. Die Elterngesprächskreise wurden vom ANE in Kooperation mit dem Projekt Kinderwelten entwickelt und finden seit 2001 statt.

Die Gesprächskreise bieten Eltern mit kleinen Kindern im Alter von 0-6 Jahren die Möglichkeit, Informationen über die frühkindliche Erziehung in ihrer Muttersprache zu erhalten. Das Besondere an den Elterngesprächskreisen ist ihre dialogische Struktur: Eltern können sich über ihre Erfahrungen, Probleme, Ängste und Fragen bei der Kindererziehung austauschen. Außerdem sollen die Elterngesprächskreise dabei helfen, die Bedürfnisse und Schwierigkeiten von Eltern zu ermitteln, um diese bei weiteren Angeboten zur frühkindlichen Erziehung berücksichtigen zu können.

Es ist wichtig, Eltern als Partner in der Erziehung zu begreifen und an ihren Ressourcen anzusetzen. Sie sind ExpertInnen in der Erziehung ihres Kindes und wollen grundsätzlich das Beste für ihr Kind, aber die Art und Weise ihrer Erziehungsmethoden ist vielleicht nicht immer angemessen. Ebenso wichtig ist es, Eltern in ihrer vorhandenen Elternkompetenz zu bestärken und Druck von ihnen zu nehmen: „Ideale Eltern gibt es sowieso nicht, aber Eltern können wissen, was sie tun! Es geht es darum genauer zu betrachten und anzuerkennen, was Eltern gut machen und gut können, und was gut läuft zwischen ihnen und ihrem Kind!“

Mit dieser Überzeugung und Herangehensweise wird grosser Druck von den Eltern genommen, der ohnehin auf ihnen lastet und gleichzeitig ein vertrauensvolles Verhältnis geschaffen. In diesem Rahmen ist es dann auch möglich über heikle Themen wie z.B. Gewalt in der Familie zu sprechen.

In den Sitzungen sind keine Abwertungen oder Schuldzuweisungen erlaubt. Es wird vielmehr gemeinsam nach Handlungsstrategien gesucht, wie sich Eltern in schwierigen Situationen verhalten können.

Inzwischen haben mehrere Elterngesprächskreise in verschiedenen Kitas und anderen Einrichtungen stattgefunden; bis jetzt in türkischer und arabischer Sprache. Es wurden auch Elterngesprächskreise in gemischten Konstellationen (arabisch, türkisch-kurdisch) durchgeführt. Zudem fand im Jahre 2002 eine Multiplikatorenschulung zur Durchführung von Elterngesprächs-kreisen für türkische ErzieherInnen statt.