FUN Familie und Nachbarschaft

FuN – ein präventives Familienprogramm

Familien in ihrem Lebensumfeld zu erreichen ist ein wichtiges Ziel dieses Familienprogramms. Die Eltern stehen im Mittelpunkt. Sie werden unterstützt, die Ressourcen der Familie zur Erziehung und Gestaltung des Zusammenlebens zu aktivieren.

FuN bedeutet: Familie und Nachbarschaft. Die Familien werden in lokale Netzwerke eingebunden. In Einrichtungen, mit denen die Kinder oder Eltern schon Kontakt haben, lernen sie die Hilfsangebote der Kommune kennen, das Vertrauen in die Fachkräfte wird gestärkt.

FuN bedeutet fun! – Familien lernen mit Spaß! – FuN ist ein spiel- und erfahrungsorientiertes Programm, an dem Familien mit unterschiedlichen Bildungsgeschichten und Familien mit Migrationshintergrund teilnehmen können.

Wie wird FuN praktisch umgesetzt?

  • 8 Wochen lang treffen sich die Familien je einen Nachmittag.
  • Es werden Übungen zur Förderung der Kommunikation und Kooperation und zur Konfliktbearbeitung angeboten.
  • Jeder Nachmittag beinhaltet ein gemeinsames Essen.
  • Die Familien verbringen einen Teil der Nachmittage gemeinsam, einen Teil in getrennten Gruppen für Kinder und Eltern.
  • Anschließend werden die Eltern über 6 Monate begleitet, selbstorganisierte monatliche Treffen durchzuführen.
  • Als TeilnehmerIn des Trainings lernen Sie:
    • wie Sie Elternkompetenzen stärken können,
    • Spiele und Übungen zur Umsetzung der Ziele kennen,
    • die Ziele und Inhalte des Familienprogramms kennen,
    • Gruppenprozesse zu gestalten und zu moderieren,
    • Ihre Praxiserfahrung zu reflektieren.
  • Das Training richtet sich an MitarbeiterInnen aus sozialen und pädagogischen Einrichtungen für Kinder, Eltern und Familien. FuN ist als Kooperationsprojekt konzipiert; wenigstens zwei Einrichtungen eines Stadtteils arbeiten in diesem Programm zusammen: Kindertagesstätten, Erziehungsberatungsstellen, VHS, Jugendämter, Sozialdienste, Familienbildungsstätten usw.
  • Eine Lifesupervision während eines Familiennachmittags ergänzt das Training.

     

    Leitung:

    Birgit Piltman, Dipl.Soz.Päd., Familientherapeutin, Mediatorin

    Bernd Brixius, Dipl.Psych., Familientherapeut, Supervisor

    FuN – ein Modell zur Kooperation und Vernetzung familienbezogener Arbeit im Stadtteil

     

    Die Teams, die das FuN-Familienprogramm anbieten, sind multiprofessionell zusammengesetzt. Eine Erzieherin oder Sozialpädagogin aus der Tagesstätte, in der die Kinder sind, deren Eltern für das Programm geworben werden sollen, arbeitet mit einer/m KollegIn aus einer familienbezogenen Einrichtung im Stadtteil, z. B. einer Familienbildungs- oder –beratungsstelle und wünschenswerterweise mit  einer/m Kollegin aus dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes.

    Auf diese Weise verbinden und vermischen sich die Kompetenzen, die die TeamerInnen für die gemeinsame Arbeit mitbringen: die Informationen und Fähigkeiten, mit Kindern zu arbeiten, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und sie zu unterstützen; das Wissen und die Kompetenzen, sich in Eltern hineinversetzen zu können und sie verstehen zu können; das Wissen um Ursachen von Krisen und die Möglichkeit, unterstützende Maßnahmen zur Krisenbewältigung anbieten zu können. FuN-TeamerInnen lernen voneinander und entwickeln ihre Kompetenzen so ständig weiter. Die Kooperation im Team funktioniert auch als Modell für die Zusammenarbeit der Institutionen.

    Das FuN-Programm ist entwickelt worden mit dem spezifischen Ziel, bildungsungewohnte und sozialbenachteiligte Familien und Familien mit Migrationshintergrund anzusprechen. Das Konzept und die Methodik ist ganz auf diese Zielsetzung abgestimmt. FuN unterscheidet sich darin von vielen anderen Elternprogrammen, die diese Familien gar nicht oder nur schwer erreichen.

    Aus der Sicht der teilnehmenden Familien bietet diese Kooperation den Vorteil, die unterstützenden Hilfen verschiedener Einrichtungen sehr niedrigschwellig vermittelt zu bekommen. Der direkte Kontakt zur Kollegin aus der Familienberatungsstelle oder zum Kollegen aus dem ASD erleichtert den Zugang beim nächsten Mal. Die bisher anonymen Institutionen bekommen konkrete persönliche Gesichter und vormals feste Vorurteilsstrukturen werden infrage gestellt. Das FuN-Programm ist hier ein Baustein zur Entwicklung von pädagogischen Einrichtungen für Kinder hin zu Familien- und Nachbarschaftszentren.

    In der auf die Programmphase folgende Selbstorganisationsphase werden die Selbsthilfepotentiale der Familien gefördert und gefordert. Als Familienselbsthilfegruppe oder als selbstorganisierter Familienkreis sind weitere Projekte vorstellbar, die sich auf das soziale Leben im Stadtteil positiv auswirken können. In Stadtteilen mit einem hohen Anteil von Mitbürgern aus anderen Kulturen wird die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen, Kulturvereinen und anderen Einrichtungen mit integrativen Konzepten angestrebt.

    Mit der Zielsetzung der Verbesserung und Verbreiterung von Elternarbeit bezieht sich das Programm FuN-Familie und Nachbarschaft auf Kindertagesstätten und Schulen und andere Einrichtungen, die mit Kindern im Alter von 3 bis 12 Jahren arbeiten. Inzwischen gibt es zwei Weiterentwicklungen des Programms. Das Programm FuN-Baby will Eltern mit Babys und Kleinkindern erreichen und bezieht Gesundheitsdienste in die Vernetzung ein. Das Programm FuN-Berufs- und Lebensplanung richtet sich an Familien mit heranwachsenden Kindern und will den Übergang von der Schule in Ausbildungsverhältnisse unterstützen. Hier sind Schulen, familienbezogene Dienste und Einrichtungen der Jugendberufshilfe zur Zusammenarbeit eingeladen.

     

    praepaed - Institut für präventive Pädagogik

    Bernd Brixius, Birgit Piltmann

    E-mail: Bernd.Brixius@praepaed.de       Birgit.Piltmann@praepaed.de