Opstapje

Dorit Sterzing (DJI)

Opstapje – Schritt für Schritt

Ein Programm zur familienorientierten, präventiven frühen Förderung

für Kinder aus sozial benachteiligten Familien

 

„Opstapje - Schritt für Schritt“ ist ein in den Niederlanden entwickeltes Spiel- und Lernprogramm für Kinder ab 18 Monaten und ihre Eltern. Es wurde seit 2001 modellhaft an den Standorten Bremen und Nürnberg eingesetzt. Vom Deutschen Jugendinstitut wurden die Koordination und die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojektes übernommen.

Opstapje ist ein ressourcenorientiertes, niedrigschwelliges Programm von ca. 1 ½ Jahren Laufzeit. Zielgruppe des Programms sind deutsche Familien und Familien mit Migrationshintergrund in schwierigen Lebenssituationen.

Ziele des Programms sind:

    • Erhöhung der Entwicklungs- und Bildungschancen der teilnehmenden Kinder,
    • Unterstützung und Erweiterung des Selbsthilfepotenzials der Familien,
    • Stärkung der erzieherischen Kompetenzen der Eltern,
    • Förderung der Bindung zwischen Eltern und Kind.
  • Opstapje ist als Hausbesuchsprogramm konzipiert. Geschulte Laienhelferinnen (Hausbesucherinnen) gehen wöchentlich in die Familien, um entwicklungsförderliche Verhaltensweisen der Eltern im Alltagskontext anzuregen und einzuüben. Altersgerechte Spielmaterialien und Bilderbücher werden für die Kinder bereitgestellt. Zusätzlich fördern regelmäßige Gruppentreffen die Erweiterung des sozialen Netzwerkes und ermöglichen es, weitere Angebote für Familien im Stadtteil kennen und nutzen zu lernen. Sie dienen auch zur anschaulichen Wissensvermittlung über Erziehung und Entwicklung von Kindern in dieser Altersstufe. Die Hausbesucherin stammt aus dem soziokulturellen Umfeld der Familien und wird von der Koordinatorin, einer sozialpädagogischen Fachkraft, in das Programm eingewiesen und intensiv begleitet.
  • Mit Opstapje ist es gelungen, sozial benachteiligte und bildungsferne Familien für ein Angebot der Familienbildung zu gewinnen und kontinuierlich zu begleiten. Die Mitarbeiterinnen und die Familien beurteilten das Programm weitgehend positiv, die Akzeptanz war sehr hoch. Nach der subjektiven Einschätzung der TeilnehmerInnen und MitarbeiterInnen entwickelten sich die Kinder gut, wurde die Eltern-Kind-Beziehung gestärkt und gewannen die Eltern an Selbstsicherheit in Bezug auf ihr Erziehungsverhalten. Die kinderpsychologischen Tests bestätigen diese Aussagen: Die teilnehmenden Kinder, die sich zu Beginn des Programms zu beinahe 50% in ihrer Entwicklung unterhalb des Normbereichs befanden, bewegten sich positiv in Richtung eines altersgerechten Entwicklungsstandes.